Das JES-Journal

Marburger Aidshilfe will Druckraum für Junkies eröffnen

Marburg, 24.08.2008

Die Marburger Aidshilfe will einen «Drogenkonsumraum» für Heroinabhängige einrichten Der Verein wird dabei von der rot-grünen Stadtregierung unterstützt.

Marburg (ddp-hes). Die Marburger Aidshilfe will einen «Drogenkonsumraum» für Heroinabhängige einrichten. Der Verein wird dabei von der rot-grünen Stadtregierung unterstützt. Sozialdezernentin Kerstin Weinbach (SPD) will mit dieser Einrichtung den Drogenabhängigen helfen. «Unter Aufsicht zu spritzen, ist sicherer», sagte sie am Freitag auf ddp-Anfrage. Zudem sollen Probleme zwischen Bürgern und der Szene vermindert werden. «Wir wollen die Spritzen aus dem öffentlichen Raum bringen», sagt die Sozialdemokratin. In Hessen gibt es legale Druckräume bislang nur in Frankfurt.

Die Aidshilfe hofft, den Drogenkonsumraum noch in diesem Jahr eröffnen zu können. Dazu habe der Verein einen entsprechenden Antrag an das Sozialministerium gestellt. Die Stadt will die Initiative mit 29 000 Euro pro Jahr unterstützen.

Die Marburger Drogenszene gilt als eher klein. Sie ist nur etwa halb so groß wie in der Nachbarstadt Gießen. Die Junkies treffen sich vor allem am Bahnhof, wo auch der Kontaktladen «Safeway» der Aidshilfe liegt. In dem Kontaktladen können Heroin- und Kokainabhängige bislang an vier Nachmittagen und einem Vormittag pro Woche ihre Spritzen tauschen, essen, duschen, Wäsche waschen, sich ausruhen und aufwärmen. Damit soll verhindert werden, dass sie noch weiter verelenden. Bislang ist dort jeder Drogenkonsum verboten.

In der Vergangenheit gab es Konflikte mit den Geschäftsleuten, die sich von den Besuchern des Kontaktladens belästigt fühlten. Geklagt wurde über liegengelassene Spritzen und Bierflaschen in Einfahrten und Hinterhöfen. Die Sozialdezernentin hofft, das Problem mit der Einrichtung des Drogenkonsumraums künftig zu vermindern.

Quelle: Ad Hoc News