Frankfurt / M. 11.05.2009
Auch JES-Frankfurt hat sich am weltweiten Marihuanamarch beteiligt. Der weltweite Aktionstag wurde von der Grünen Hilfe e.V. und der Bundesarbeitsgemeinschaft Drogen der LINKEN veranstaltet und stand unter dem Motto "Give five“, was soviel bedeuten soll wie fünf Pflanzen für jeden Kiffer. Insgesamt wurde die Veranstaltung am Opernplatz von 70-90 Personen besucht.
Die Grüne Hilfe e.V., die nichts mit den GRÜNEN zu tun hat, setzt sich für inhaftierte CannabiskonsumentInnen ein, besorgt Rechtsanwälte, erledigt Ämterkorrespondenzen und setzt sich politisch für die Legalisierung von Hanf ein.
Als jes-Frankfurt waren wir zwar nur zu viert bei der Veranstaltung zugegen. Aber wir konnten mit einem großen Transparent auf unsere noch weitergehenden Forderungen, über die Legalisierung von Hanf hinaus, aufmerksam machen. Der Text lautet:
"Die DROGENPROHIBITION fordert Millionen von Menschenopfern! jes-Frankfurt fordert die Legalisierung aller Drogen! Sofort!"
Erster Redner für eine antiprohibitive Hanfpolitik war Joachim Biermanski, von der Bundesarbeitsgemeinschaft Drogen der LINKEN. Danach sprach Ulrich Wilken (MdL), von den LINKEN, und versprach die Legalisierung von Hanfprodukten nicht aus den Augen zu verlieren, parlamentarisch Druck zu machen und diesen zu nutzen, um auf das Thema aufmerksamer zu machen. Carsten Labudda, ebenfalls von der Bundesarbeitsgemeinschaft Drogen der LINKEN, weist noch einmal auf das Motto der Frankfurter Veranstaltung hin, dass jedem Cannabiskonsumenten gestattet sein sollte, für seinen Eigenkonsum fünf Hanfpflanzen anzubauen.
Als Pressesprecher der Grünen Hilfe (und in Vertretung des an dieser Stelle eigentlich vorgesehenen Jost Lessmann) redete Joachim Biermanski, der rhetorisch blitzsauber die Schizophrenie innerhalb des BtMG ansprach, die Ungerechtigkeit bei der angeblichen Fahruntüchtigkeit nach Cannabiskonsum, der bereits Tage- oder Wochenlang vergangen ist, benannte. Zum Schluss gab’s dann noch einmal Feuer auf Sabine Bätzing“. Berechtigte Kritik äußerte Lessmann vor allem über die Vergesslichkeit der ehemals Jungen Sozialisten (Jusos) in der SPD, aber auch bei den GRÜNEN (GRÜNE Jugend) oder der FDP (Julis). Sobald die jungen Wilden“ ins politische Erwachsenenalter kommen, werden die Thesen von der Legalisierung von Hanf mal mehr, mal weniger klammheimlich entsorgt.
Abschließend habe ich für jes-Frankfurt das Wort ergriffen. Ich habe die Anwesenden auf unser 20jähriges Jubiläum aufmerksam gemacht, den Namen jes als Antwort auf die Kampagne der Reagan-Administration, just say no“, erklärt. Es galt eben 1989 den Drogenkriegern aus den USA und der UNO einen entschlossenes just say jes!“ entgegen zu schleudern. Ich habe für jes-Frankfurt betont, dass wir die Forderungen und Ziele der Hanffreunde unterstützen. Aber jes-Frankfurt und das bundesweite jes-Netzwerk gehen noch einen großen Schritt weiter. Die Drogenprohibition ist gescheitert. Daraus müssen endlich die notwendigen Konsequenzen resultieren, die da heißen: Legalisierung aller illegalisierten Drogen und zwar so schnell wie möglich!
Ich habe dann das jes-Positionspapier zur Legalisierung von 2003 verlesen und erläutert. Bei den TeilnehmerInnen fanden diese jes-Vorschläge lautstarke Unterstützung. Zum Schluss habe ich noch auf unsere Veranstaltung und auf die Demonstration am Gedenktag aufmerksam gemacht. Vor, während und nach der Veranstaltung haben wir 300 Flugblätter mit dem jes-Positionspapier an Passanten verteilt. Alles in allem war unsere Teilnahme am Marihuanamarch ein voller Erfolg und hat uns nach den zurückliegenden Wochen der internen Auseinandersetzungen wieder Auftrieb gegeben.
Mit solidarischen und kämpferischen Grüßen
Christian, JES Frankfurt / M.