Das JES-Journal

FDP will wohnortnahe Heroinabgabe

Stuttgart, 23.06.2009

Die Landtagsfraktion der FDP will die Pläne der CDU zur kontrollierten Heroinabgabe an Schwerstabhängige nachbessern. Die medizinische Behandlung von Schwerstabhängigen müsse im Land möglichst flächendeckend und wohnortnah angeboten werden.

So sollten Süchtige nicht nur in ausgewählten größeren Städten und nicht nur an den Zentren der Psychiatrie mit künstlichem Heroin behandelt werden können – sondern möglichst immer genau dort, wo sie wohnen und leben, sagte der Fraktionschef der Liberalen Hans-Ulrich Rülke gestern.

Wenn nötig, solle die Behandlung auch in einer gewöhnlichen Arztpraxis erlaubt werden – vorausgesetzt, der Arzt besitzt die fachliche Kompetenz dafür. Heroinabhängige seien zumeist in größeren Städten zu finden, während die Zentren für Psychiatrie vor allem im ländlichen Raum angesiedelt seien, begründete Rülke seine Forderung. Viele Süchtige seien aber nicht mobil genug, um an den Ort der Therapie zu reisen.

Rülke kündigte an, nun gemeinsam mit der CDU und dem Sozialministerium ein Konzept zur wohnortnahen Abgabe von künstlichem Heroin zu erarbeiten.

Mit seiner Forderung unterstützt Rülke den Kurs von Sozialministerin Monika Stolz (CDU), die ebenfalls für ambulante Angebote eintritt. Er hoffe auf eine schnelle Einigung mit der CDU: "Die Betroffenen haben keine Zeit zu verlieren", betonte der FDP-Fraktionschef.

Quelle: SWR